Smart-Home im Brandfall

Smart-Home – wie das vernetzte Haus im Brandfall unterstützen kann
Der Alptraum eines jeden Bürgers, der in vielen hundert Fällen im Jahr in Deutschland zur Realität wird: Es brennt in den eigenen vier Wänden.
Einmal mehr ist es dem Arbeitskreis Brandschutzinnovation der Feuerwehr Grupenhagen auf, Abteilung HomeFireFighting gelungen, diesem Szenario einen Teil seines Schreckens zu nehmen.

In Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle für Brandschutztechnik am Karlsruher Institut für Technologie, kurz KIT, (http://www.ffb.kit.edu) wurde der Megatrend vernetztes Haus (englisch: „Smart-Home“) auch für den Brandschutz erkannt. Zentrales Element der neuartigen Technik bilden Rauchwarnmelder, wie sie bereits seit Jahresbeginn in Schleswig Holstein zur Pflichtausstattung einer jeden Wohnung gehören. Ein weiteres Basiselement stellen die ebenfalls schon in vielen Haushalten neben Saugrobotern vorhandenen Wischroboter dar. Dazu erklärt Projektleiter Björn Hartwig vom KIT: „Eine geniale Lösung! Wir mussten nur noch dafür sorgen, dass bereits vorhandene Geräte im Brandfall zusammenarbeiten. Der Rauchmelder entdeckt ein Feuer, die vernetzte Telefonanlage alarmiert automatisch die Feuerwehr, die Haustür wird entriegelt, um den Zutritt zu ermöglichen.“ Die weiteren Möglichkeiten sind schier unbegrenzt: Die Dunstabzugshaube schaltet auf Entrauchungsbetrieb, Abflüsse von Badewannen, Duschen, Waschbecken und Toiletten werden verschlossen, anschließend werden alle Wasserhähne geöffnet und die Spülung in Gang gesetzt. Auch eine automatische Wasserabgabe aus einem Aquarium ist im Bedarfsfall möglich. Insbesondere im Küchenbereich ergeben sich weitere Möglichkeiten: Die Spülmaschine öffnet sich und schaltet ins besonders schaumintensive Löschprogramm, selbstöffnende Kühl- und Gefrierschränke reduzieren die thermische Belastung im Brandraum. Diese Maßnahmen stellen jedoch nur ein flankierendes Element dar und unterstützen den Wischroboter bei seinem gezielten Löschangriff. Gängige, in vielen Haushalten bereits vorhandene Modelle, sind für diesen Einsatz technisch bereits perfekt vorbereitet. Sie verfügen über einen Wassertank, einen Schaumtank sowie mehrere Düsen zur Wasserabgabe. Durch ein Software-Update aus dem Hause Hako Design (Entwickler unserer Smartphone App https://ff-grupenhagen.de/app ) werden die Geräte in die Lage versetzt, mit den Rauchmeldern zu kommunizieren, den Brandherd anzufahren und die Düsen auf den Brandherd zu richten. Durch die extrem feine Vernebelung des Wasser-Schaummittel-Gemisches lässt sich trotz der mit 0,75 l gering erscheinenden Tankkapazität ein Löschangriff von bis zu 20 Minuten Dauer realisieren.

Interessierte Einsatzkräfte sind herzlich eingeladen, am 03.04.2017 ab 18:30 Uhr in der Wache Grupenhagen den Prototyp des Roboters in Aktion zu erleben.
Zukünftig sei es im Raum Grupenhagen ebenfalls Denkbar, so Hartwig (Schriftwart Wehr) die vernetzten Brandbekämpfer über unsere Smartphoneapp der Feuerwehr HörnuGrupenhagen, fern zu steuern. Dieses erfordere jedoch das Innehaben eines BrandDrohnenFührerscheines, welcher bei Bedarf bei Sonderübungsabenden erworben werden kann.

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