Eine Schnapszahl lädt zum feiern ein

Der ehemalige Musikzugführer (v. li.) Otto Naase, Gründungsmitglied Wilhelm Pettig, Renate Alpers, Jobst Wehrmann, Sebastian Ritter, Ortsbrandmeister Friedhelm Senke und Jannick Siever. Foto: sbr
Grupenhagen (sbr). „Kein rundes Jubiläum, eher eine Schnapszahl, aber für einen Musikzug eine stolze Zahl und allemal ein Grund zum Feiern“, meinte zur Begrüßung Grupenhagens Ortsbrandmeister Friedhelm Senke anlässlich des 55-jährigen Bestehens des Musik- und Jugendmusikzuges der freiwilligen Feuerwehr Grupenhagen, das im kleinen Rahmen in Pettigs Festscheune begangen wurde. „55 Jahre sind, wenn man einmal zurückblickt, doch eine lange Zeit. Aus der Sicht des Musikzuges Grupenhagen gespickt mit Höhen und Tiefen“, begann der Ortsbrandmeister seinen kurzen Rückblick, den er an den fünf musikalischen Leitern festmachte. So steht der Name Albert Thielmann für Kontinuität und Beständigkeit, der seines Sohnes Egon für moderne und flotte Musik. Mit Otto Naase verbindet man die Schlagworte Neuanfang und Pionierarbeit bei der Ausbildung neuer Musiker. Ihm folgte sein langjähriger Vertreter Karl-Heinz Schierholz als Musikzugführer. Seit Ende 2005 legt nun schon Wolfgang Grah großen Wert auf einen harmonischen Klangkörper, ließ Friedhelm Senke die Historie Revue passieren. Bürgermeister Bernhard Wagner bezeichnete die Kapelle als Aushängeschild für den Flecken Aerzen. „Viele haben es versucht, innerhalb ihres Vereins einen Musikzug zu installieren, nur ganz wenige haben so lange durchgehalten“, erklärte der Bürgermeister und fügte an: „In Grupenhagen ist Kontinuität und musikalische Leistungsfähigkeit gegeben“, so sein Eindruck. Im Rahmen der Jubiläumsfeier beförderte Gemeindebrandmeister Eckhard Bode Anja Knappe zur Feuerwehrobermusikerin, Sebastian Ritter, Jannick Siever, und Jobst Wehrmann zu Feuerwehrobermusikern sowie Marie und Pauline Heil zu Feuerwehrmusikerinnen. Für die musikalische Unterhaltung sorgte eine aus dem ganzen Landkreis und weit darüber hinaus zusammengestellte Musikergruppe, der der Spaß am musikalischen Zusammenspiel ganz offensichtlich anzumerken war.
Artikel vom 01.06.2011
30 Musiker proben sechs Monate für besonderes Konzert
Aerzen (sbr). Die bereitgestellten Stühle reichten nicht aus, so dass Heiko Bossog, in der Aerzener Gemeindeverwaltung zuständig für das Kulturprogramm, noch weitere Sitzgelegenheiten organisieren musste, um allen Konzertbesuchern in der Aerzener Domänenburg einen Platz anbieten zu können. Der Besucheransturm beim Jahreskonzert des Musik- und Jugendmusikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Grupenhagen übertraf die Erwartungen der Organisatoren bei weitem. Schon die dem Konzert vorausgegangene Kaffeetafel war überaus gut besucht, wie Grupenhagens Ortsbrandmeister Friedhelm Senke mitteilte. „Zeitweise war jeder Platz in der Mensa besetzt“, so seine zufriedene Beobachtung.

Einen bunten Melodienstrauß präsentierten die Musiker aus Grupenhagen ihrem Publikum – und es war begeistert. Foto: sbr
Und auch Heiko Wehrmann freute sich über die hervorragende Besucherresonanz. „Vor allem für die Musiker ist es schön, vor vollem Haus zu spielen. Wir haben das ganze letzte halbe Jahr auf dieses Konzert hingearbeitet und uns am vergangenen Wochenende im Naturfreundehaus in Lauenstein noch einmal intensiv vorbereitet und dem Programm den letzten Feinschliff gegeben“, erklärte der stellvertretende Musikzugführer. Die 30 Musiker und Musikerinnen um Dirigent Wolfgang Grah mit ihren Flöten, Alt- und Tenorsaxofonen, Klarinetten, Flügel-, Tenor- und Es-Hörnern, Tompeten, Baritonen, Posaunen, Tuben und dem Schlagzeug banden einen schwungvollen und bunten Melodienstrauß. Vom Marsch über die Polka, vom Pop-Schlager bis zur Filmmusik, vom Bolero bis hin zur Samba, der Musik- und Jugendmusikzug hatte für jeden Musikgeschmack das passende Stück parat. Durch die sechste von insgesamt 18 Veranstaltungen im Rahmen des diesjährigen Kulturprogramms in der Domänenburg führte Bürgermeister Bernhard Wagner persönlich und gab Erklärungen zur Entstehungsgeschichte der Lieder oder stellte die jeweiligen Komponisten näher vor. Der besondere Dank von Musikzugführerin Renate Alpers galt neben dem Bürgermeister und den Helfern vor allem Heiko Bossog für die hervorragende Organisation.
Und plötzlich greift das Quartett zum Saxofon
Grupenhagen (sbr). Es war eigentlich eine echte Schnapsidee, wie sie nur zu fortgeschrittener Stunde auf einem Feuerwehrfest geboren werden kann – und dennoch bescherte sie dem Musik- und Jugendmusikzug der Freiwilligen Feuerwehr Grupenhagen im letzten Jahr gleich viermal gestandenen Nachwuchs. Einziger Wermutstropfen: Nicht das Jubiläums-Feuerwehrfest im heimischen Grupenhagen gab den Ausschlag, sondern in Grießem oder Groß Berkel nahm die Idee ihren Anfang, da sind sich die vier Neulinge am Saxophon im Übrigen nicht ganz einig.
Zwar müssen den Anfängern am Tenor- und Altsaxofon nicht mehr die Flötentöne beigebracht werden – da ist wohl noch etwas Grundwissen aus Schultagen hängen geblieben –, aber dennoch können Annika Bönick (29), Frank Larsen (48), Michael Schlutter und Michael Walter (beide 46) nicht glauben, dass sie bereits in einem Jahr am Frühlingskonzert mit ein paar Stücken teilnehmen werden. „Wir haben schon lange mit der Blasmusik geliebäugelt, aber keiner von uns konnte sich dazu aufraffen, allein den ersten Schritt zu tun. Jetzt war das so eine Art Gruppendynamik – und wir haben unseren Entschluss noch nicht bereut“, erklärt Frank Larsen stellvertretend für die Musikzugneulinge.
Unterrichtet werden die vier erwachsenen Neuzugänge übrigens nicht wie die Jugend von Dirigent Wolfgang Grah. Annika Bönick, Frank Larsen, Michael Schlutter und Michael Walter erhalten einmal wöchentlich Unterricht bei Andrea Gottschalk und Martina Brossat vom Musikzug Hastenbeck. „Das geht da richtig in die Vollen. Wir lernen gleich drei Noten an einem Übungsabend. Ob Notenlehre, Theorie oder Praxis, der Unterricht ist hervorragend aufgebaut“, schwärmt Annika Bönick von der angewandten Lernform „Learning by Doing“. Doch mit dem einen Übungsabend in der Woche ist es nicht getan. „Neben dem Erarbeiten der Hausaufgaben ist Kontinuität und Regelmäßigkeit beim Üben ganz wichtig. Und natürlich muss die Lust da sein, das Spielen eines Instrumentes lernen zu wollen. Das ist die einzige Voraussetzung, die wir mitbringen mussten. Für uns ist die Musik eine echte Bereicherung“, so Michael Schlutter und Michael Walter.
Die vier Neueinsteiger brauchten sich die Instrumente übrigens nicht selbst zu kaufen. Alle vier Saxofone sind private Leihgaben. An ihrer musikalischen Ausbildung beteiligen sich die Erwachsenen 30 Monate lang mit einer Pauschale von 15 Euro monatlich. „Wer siebeneinhalb Jahre im Musikzug mitspielt, bekommt den in seine Ausbildung investierten Eigenanteil zurückerstattet oder kann den Betrag dem Musikzug spenden, was aber leider sehr selten vorkommt“, erklärt Musikzugführerin Renate Alpers die finanziellen Spielregeln.
Diese gelten im Übrigen auch für den Nachwuchs, der Einzelunterricht bekommt. „So sind die Eltern an den Ausbildungskosten beteiligt und achten mehr darauf, dass ihre Kinder regelmäßig üben und den Unterricht besuchen“, so die Erklärung von Renate Alpers weiter. Doch nicht nur die Erwachsenen üben fleißig, auch der Nachwuchs bläst unter Anleitung von Dirigent Wolfgang Grah seit fast zwei Jahren kräftig ins Flügel-, Tenor- und Es-Horn. „Schließlich wollen wir alle in diesem Jahr am 1. Mai zum ersten Mal auf dem Trecker mitfahren und dabei sein, wenn der Musik- und Jugendmusikzug der Freiwilligen Feuerwehr Grupenhagen seine Ständchen spielt“, freuen sich Laura Knappe (8), Moritz Wehrmann, Jonas Dambrowski und Kimberly Walther (alle 10) sowie Lena Tegtmeyer (11) auf ihren ersten öffentlichen Auftritt.
Musik in der Scheune
Grupenhagen (ubo). „Es hat richtig Spaß gemacht. Es ist schön, ein Instrument zu spielen.“ Dies waren die spontanen Worte von Jonas Dambrowski (10) nach dem Konzert des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Grupenhagen. Vor dem Konzert zeigten er, Lena Tegtmeyer, Laura Knappe, Kimberly Walther und Moritz Wehrmann als Nachwuchsbläser des Musikzuges (MZ) mit zwei Weihnachtsliedern ihr Können.
Im Anschluss spielte der Jugend- und Musikzug eine Palette unterschiedlicher Musikstile. So reichte der Bogen vom Fliegermarsch und dem „Slavnostni“-Walzer mit einer verspielten Melodie über Johann-Strauß-Walzer und Filmmusik aus dem „König der Löwen“ bis zu Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“, bei dem Bernd Brinkmann die Solo-Querflöte übernahm. Die musikalische Leitung hatte der ehemalige Kreisstabführer Wolfgang Grah inne, der den Musikzug äußerlich mit leichter Hand, doch konzentriert und akribisch genau dirigierte.
Durch das Programm führte Bürgermeister Bernhard Wagner, der damit seine Qualitäten als Moderator unter Beweis stellte. „Dies ist das erste Konzert, dass der MZ allein durchführt“, erläuterte Vorsitzende Renate Alpers im Gespräch. Mit einem Strauß weihnachtlicher Lieder klang das stimmungsvolle Konzert in der voll besetzten Scheune aus.


