Chronik MZ

In Grupenhagen lief zu der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr die Geschichte der Feuerwehrmusik fast immer parallel. Anfang des Jahres 1935, nur kurz nachdem sich die Kameraden der Feuerwehr freiwillig zusammengeschlossen hatten, wurde das kulturelle Leben in Grupenhagen durch die Gründung einer Feuerwehrkapelle erheblich bereichert.

Bereits am 28. März 1935 gab die Feuerwehrkapelle bei einer von Lehrer Hüper gestalteten Heldengedenkfeier in Grupenhagen ihre musikalische Visitenkarte ab. Leider löste sich die Kapelle in den Jahren 1936/37 wieder auf, weil nicht genügend Musiker vorhanden waren. Wahrscheinlich aber auch, weil der damalige Kapellenmeister, Karl Niemeier, 1936 sein Amt aufgab. Die Instrumente dieses ersten Musikzuges requirierten 1945 die Amerikaner und nahmen sie mit.

Im Jahre 1956 fassten einige musikbegeisterte Feuerwehrmänner den Entschluss, in Grupenhagen wieder eine Feuerkapelle aufzubauen. Besonders der damalige Brandmeister Fritz Seeger war für die Durchsetzung dieser Idee zu allen „Schandtaten“ bereit. Er selbst überredete in seiner bekannten, unkomplizierten Art einige Kameraden, sich entweder musikalisch oder finanziell am Neuaufbau der Kapelle zu beteiligen. Bereits nach kurzer Zeit mussten alle Beteiligten erfahren, dass in dem Spruch „aller Anfang ist schwer“ sehr viel Wahrheit steckt. Von den fast 30 Freizeitmusikern, die sich zu Anfang mehr oder weniger freiwillig gemeldet hatten, blieben nach der ersten Auslese nur noch sieben übrig. Das Unternehmen Feuerwehrkapelle drohte zu scheitern. Im Sommer 1956 jedoch konnte der in Musikerkreisen gut bekannte Albert Thielmann als Kapellenleiter gewonnen werden. Mit ihm kamen sein Sohn Egon und Paul Naase mit seinem Sohn Otto nach Grupenhagen. Nun stand dem musikalischem Aufschwung nichts mehr im Wege.

In den ersten, schwierigen Jahren des Aufbaus wuchs der Musikzug unter Mithilfe aller Dorfbewohner und der aufopfernden Mühen ihres Dirigenten, Albert Thielmann, zu einem Klangkörper zusammen, der überall gern gehört und gesehen wurde. Um die 20 Musikanten waren stets bemüht, ihr Bestes zu geben. Aus gesundheitlichen Gründen legte Albert Thielmann Ende 1972 das Amt des Musikzugführers nieder. Sein Sohn Egon übernahm offiziell am 06. Jan. 1973 diesen Posten. Unter seiner Leitung gelang es in vielen Übungsstunden das Niveau auf ein für eine Laienkapelle beachtliches Maß zu steigern. Die Nachfrage nach der attraktiven Blasmusik aus Grupenhagen wuchs ständig an, sie legte sich immer mehr auf Veranstaltungen, die mit dem Feuerwehrbereich nichts mehr zu tun hatte. Aus diesem Grund beschloß man ab Frühjahr 1975 zweigleisig zu fahren. Der Musikzug trat von nun an bei zivilen Auftritten unter dem Pseudonym „Goldbachtaler Blasmusik“ in einer anderen Uniform auf. Als es im November 1979 innerhalb des Musikzuges zu einer Krise kam, aus der einige Kameraden persönliche Konsequenzen zogen oder ziehen mußten, war der Bruch mit der Feuerwehr schon fast perfekt. Es dauert aber noch bis zum 11. Dez. 1980 bis fast alle Mitglieder der Goldbachtaler Blasmusik offiziell aus der Feuerwehr Grupenhagen austraten. Somit war der Musikzug Grupenhagen nur wenige Monate vor seinem 25jährigen Bestehen nicht mehr spielfähig.

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