Oft geht es um Leben oder Tod, um Rettung in letzter Sekunde. 130 000 freiwillige Feuerwehrleute sind in Niedersachsen im Einsatz. Doch etliche Gemeinden befürchten, dass ihnen künftig viele Ehrenamtliche fehlen.
Alle Bundesländer kennen das Problem. Thüringen hat als erstes Land mit einer Rente reagiert und will die ehrenamtlichen Brandschützer damit zum Bleiben bewegen sowie neue gewinnen. Land und Kommunen zahlen für jedes Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr pro Monat 6 Euro. Das soll für eine Rente von 50 bis 80 Euro reichen.
In der Stadt Hürth im Rheinland gibt es ein ähnliches Modell, andere Städte und Länder denken ebenfalls darüber nach. Niedersachsens Landesbranddirektor Jörg Schallhorn hält die Rente für einen Anreiz, der Feuerwehr die Treue zu halten: „Denn die Rente kriegt nur derjenige, der in der Wehr bleibt und nicht vorzeitig ausscheidet.“
Im Auftrag von Innenminister Uwe Schünemann entwickelt Schallhorn bis Mitte 2010 ein Zukunftskonzept für den Brandschutz. „Aktuell sind unsere Mitgliedszahlen noch nicht besorgniserregend. Aber wir müssen vorsorgen. In jedem Ort eine Wehr – dieses Prinzip muss überleben“, sagt er. Ziel sei es, das Ehrenamt zu stärken, mehr Einwanderer in die Feuerwehr zu integrieren und Kinder und Jugendliche zu begeistern.
Bundesinnenminister Jörg Schönbohm (CDU) hat eine Ehrenrente für Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr abgelehnt. Als Begründung gab er Mittwoch im Potsdamer Landtag an, dass er dafür keine Notwendigkeit sehe.
Er setzte lieber mehr auf die verstärkte Nachwuchs-Arbeit in den Jugendfeuerwehren, damit der Mitgliederschwund gestoppt wird. In Thüringen wurde im Mai bereits eine Ehrenrente für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr beschlossen. Jeden Monat zahlen Land und Kommunen sechs Euro für jedes Mitglied ein, was für eine Rente von 50 bis 80 Euro ausreichen soll.